Passend zur Februartristesse: Ne derbe Packung in Paderborn. Die letzten, zarten Aufstiegsträumchen jäh verpufft. Pffffff. Luft ist raus. Das Pokalaus scheint doch tiefere Spuren hinterlassen zu haben. Und die anschließende Pleite gegen 96 natürlich. Nicht zu vergessen, dass Wonderkid Eichhorn verletzt ist. Und Deyo Zeefuik kaputt. Und dass wir keinen richtigen Mittelstürmer haben. Und und und. Na ja, wir waren durch unsere vormaligen Abstiege mit sofortigem Wiederaufstieg inkl. Meisterschaft ja auch verwöhnt. Diesmal dauert es eben länger. Das zehrt, vor allem, weil auch ich nicht mehr der Jüngste bin. Champions League kann ich mir langsam abschminken, Meisterschaft wird eng und Pokalsieg ist auch kein Selbstläufer, wie wir schmerzhaft erfahren mussten. Mal wieder. Immer wieder.
Same, same, but different: Unsere famose Regierung plant wohl ein Social-Media-Verbot, für unter 14-Jährige. Ein Kollege kommentierte das Vorhaben ganz richtig: Ihr Geschlecht dürfen Pubertierende wechseln wie die Unterwäsche, aber für Tiktok & Co. sind die Jungspunde angeblich noch nicht reif genug. Wobei: Ich persönlich würde ein Social-Media-Verbot für meine blauweißen Leidensgenossen durchaus in Erwägung ziehen. Zumindest in miesen Phasen wie diesen. Wenn nämlich die Alte Dame so performt, wie heute mal wieder, wird das Elend durch lautstarke Heulereien in den entprechenden Kanälen noch potenziert.

Jeder kennt den Spruch, geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich aber sage: Geteiltes Auskotzen kotzt mich doppelt an! Daher eine bescheidene Bitte: Könnt Ihr Jammerlappen Euer armseliges Geplärre nicht für Euch behalten?? Beißt in die Tischkante, schmeißt Fernseher, Radio, Handy aus dem Fenster, brennt Löcher ins liebste Herthaleibchen. Alles tausendmal besser als die werten Mitmenschen mit ätzenden Kommentaren zu penetrieren. Gute Güte, reißt Euch doch mal für 90 Minuten zusammen, wenn es schon den Spielern nicht (und mir ebenso) gelingen mag. So, das musste auch mal wieder raus.

Wie geht’s jetze weiter? Wie immer, ob Sommer oder Winter: Nächste Woche, nächstes Spiel, neues Glück oder auch nicht. Die ruhmreichen Clubberer kreuzen im altehrwürden Olympi auf. Das war vor Jahresfrist Trainer Leitls erste Aufgabe nach der Amtsübernahme. Es wurde ein respektables Nullnull, anschließend haben wir derbe in Elfmetersberg auf die Schnauze gekriegt. Danach wurde es dann a bissl besser. Leider nicht auf Dauer.
Intern (zumindest in meinen Privatchats) wurde bereits sachte die Trainerfrage angeschnitten. Die berühmten Geschäftsmechanismen. Ich mag den Kerle ja, wobei ich auch seinen Vorgänger irgendwie ins Herz geschlossen hatte. So wie alle Herthaner, vom Präsi bis zum frisch Bekehrten, ob Mann oder Weib, ob nah oder fern, mir wurscht. Sie alle eint das gleiche, unbarmherzige Schicksal. Und trotzdem: Irgendwann drehen sich selbst bei der Alten die grauen Februartage wieder ins Frühlingsblau – und wir stehen wieder da, schimpfend, hoffend, liebend wie eh und je.
