Bei uns im Vettel

[image caption=“Skeptische Denkerstirn vor Herthas megawichtigem Heimsieg“ image_link=“/wp-content/uploads/2014/10/denkerstirn.gif“ float=“right“ style=“round“/]Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach dem siebten Spieltag vor Dortmund stehen, ich hätte gesagt: Warum auch nicht? Hat mir aber niemand gesagt, nun ist es trotzdem Fakt, jetzt kann ich es auch selbst raushauen: 7. Spieltag, KGAA vor AG, das hört sich seltsam an, ist aber auch eine Wahrheit. Womit wir mal wieder beim Thema Scheiß-Red-Bull wären, diesmal geht’s um die Motorsportabteilung. Autopilot Basti Vettel kehrt Blubberlutsch den Rücken, geht wohl zu Ferrari, das war die Sport-Meldung des Tages. Ja wirklich, Sportmeldung. Glaube ich jedenfalls. Gestern oder heute wars, keine Ahnung, die Zeit ist schnelllebig, manchmal sogar für mich zu schnell.

Warum tut er das? Ist es wegen diesem blöden Kommerz? Wurde Vettel womöglich von seinen Fußball-Kumpels gedrängt? Vettel ist nämlich Fan von Eintracht Frankfurt, müsst Ihr wissen. Ein Traditionsverein vor dem Herrn, aus der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Wusste bis eben nichts von Vettels Fußballleidenschaft, musste erst das Internet befragen. Dabei bin ich auf ein Interview vom März 2013 gestoßen. Zu lesen auf Bundesliga.de, ist also eher Promo als tiefschürfend. Echter Fanatismus hört sich anders an. Aus Vettels Mund klingt es so:

„Enstanden ist meine Begeisterung durch die Nähe zur Heimat. Eintracht Frankfurt ist der einzige hessische Verein, der in der Bundesliga spielt. Außerdem sind sie seit Jahren das erfolgreichste Team in der Nähe. Natürlich gibt es seit kurzem auch 1899 Hoffenheim, aber Frankfurt war früher eigentlich immer die erste Adresse, wenn man sich ein Bundesligaspiel ansehen wollte. Deswegen auch die Bindung zur Eintracht. In den letzten Jahren habe ich mich mehr mit der Bundesliga beschäftigt, deswegen weiß ich auch ein bisschen besser über die eigene Mannschaft Bescheid.“

Dazu muss man wissen, dass Vettel aus Südhessen stammt, genauer aus Heppenheim an der Bergstraße. Das grenzt ans nördliche Baden-Württemberg, dort liegt wiederum Sinsheim mit dem Stadtteil Hoffenheim, gleich umme Ecke liegt Mannheim. Merkt Ihr was? Die Orte hören in der Ecke gerne auf mit Heim, so wie Altenheim oder Kinderheim. Ich bin froh, dass meine Heimat anders klingt. Charlottenheim, man stelle sich das mal vor. Nee, lieber doch nicht.

Frankfurt also (gibt es auch Frankheim, Internet?), die spielen zur Stunde gegen Kölle. Nach Nulleins steht’s mittlerweile Zwoeins für den Vettelverein. Ob die Frankfurter stolz sind, dass der Basti, immerhin dreifacher Weltmeister, einer von ihnen ist? Und dass er jetzt bald nicht mehr für RB fährt sondern für die Roten? Vielleicht werde ich Mitglied im Eintracht-Fanforum und zettel dort mal eine Vettel-Debatte an. Einfach so, aus Daffke.

Wir haben auch gespielt und gewonnen sogar. Das erfüllt mich mit grenzenloser Freude, zumal ich nicht damit gerechnet hatte. Gehofft natürlich, das schon. Der Grund für unseren Sieg war das frühe Gegentor, da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. Andernfalls hätten wir friedlich vor uns hingedämmert, um dann kurz vor Schluss durch Wagners Eigentor zu verlieren. Das wäre die Högschtstrafe (der kleine Jogiismus sei gestattet) gewesen und hätte eine elende Pressekampagne zur Folge gehabt. Und dann noch gegen Stuttgart, die wo aus unerklärlichen Gründen immer wieder mal einen Ausreißer nach oben hinlegen. Nur Absteigen wollen die Schwabmaten partout nicht, genausowenig wie unser nächster Heimgegner Hämburch. Ob das nun gut ist für uns, dass die in Dortmund gewonnen haben (wegen eines Ramos-Fehlpasses by the way), sei mal dahingestellt.

Kleiner Hinweis für vergessliche Terminfreaks: Der HSV muss in zwei Wochen daheim gegen Vettels Beinahe-Lieblingsverein Hoffenheim ran, wir sind auf Schaaaalke. Bei Kohlenmunks gibt es traditionell wenig zu holen für Hertha, was wiederum Mut macht, da die blöde Erwartungshaltung wegfällt. Wenn man dann tatsächlich nix reißt, ist das doppelt blöd, weil man in Wahrheit auf eine Überraschung gehofft hat. Dann heißt es vor dem Spiel gegen HH wieder, dass darf auf keinen Fall verloren werden, weil danach Paderborn wartet, „die neue Kraft aus der Provinz“ (Zitat Bild) und vor Paderborn muss die Pokalhürde Bielefeld genommen werden. Ächz.

In Frankfurt werden drei Minuten nachgespielt, die Eintracht führt 3:2. Mein letzter Tipp für heute (1:2 für Kölle) geht auch in die Hose. Herr Vettel darf sich freuen, mich schert das herzlich wenig.„Я-заснял“